Alles über das Molkefasten
Wer sich für eine Fastenkur interessiert, findet eine ganze Reihe mehr oder minder wirksamer Verfahren. Generell unterstützt das Heilfasten durch den freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung die Absicht, den Körper zu entgiften beziehungsweise zu entschlacken und dadurch schweren Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Rheumatismus vorzubeugen.
Dabei ist Heilfasten auf vielerlei Weise möglich, jede Methode richtet sich an die speziellen Bedürfnisse der Patienten. Totaler Nahrungsverzicht wird gerade bei religiösem Hintergrund sehr oft praktiziert, aber auch in anderem Kontext erfreut es sich großer Beliebtheit. Eine geringe, maßvolle und besonders bewußte Aufnahme von spezieller Fasten-Nahrung eignet sich gerade für Anfänger und für Menschen, deren Organismus bei einem totalen Verzicht unverhältnismäßig hohen Belastungen ausgesetzt wäre.
Freilich, mit einer echten Diät ist das Fasten nicht zu vergleichen, der Gewichtsverlust ist eher gering. Vielmehr liegen die Vorteile in der genannten Entschlackung und dem damit in Zusammenhang stehenden Reinigungsprozess von Organen wie Darm, Leber oder Galle.
Was es mit dem Molke-Fasten auf sich hat
Zu den weicheren Verfahren, die auf eine geringe, aber ausgewählte Zufuhr von Nährstoffen achten, lässt sich das beliebte und oft angewandte Molke-Fasten rechnen.
Molke entsteht als Nebenprodukt bei der Produktion von Käse oder Quark. Es ist eine milchig-wässrige Flüssigkeit, die den Bottich noch füllt, wenn die eigentlichen Produkte bereits entnommen wurden. Sowohl Käse und Quark wie auch das Nebenprodukt Molke entstehen aus Milch und enthalten dadurch all die wertvollen Bestandteile dieses Getränks.
Für das Fasten eignet sich die Flüssigkeit gerade aufgrund des hohen Anteils von der enthaltenen Proteine. Da der Körper bei einer Fastenkur ganz allgemein kaum Nährstoffe erhält, sind die Bestandteile der Molke als besonders wertvoll anzusehen. Neben den Proteinen stellt die Molke nämlich auch jede Menge Mineralien wie Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor bereit. Auch Vitamine sind in ihr reichlich vorhanden, ebenso wie Folsäure und Biotin. Der Fettanteil ist gering, die Kalorienzufuhr hält sich deshalb in engen Grenzen.
Vorteile des Molke-Fastens
Befürworter des Molke-Fastens argumentieren dann auch mit dem Verweis auf diese wertvollen Bestandteile. Gerade das Protein soll einen möglichen Muskelabbau verhindern, der durch den Verzicht auf Nahrung natürlich immer in einem gewissen Maße bei den Patienten beobachtet werden kann. Dies hängt mit der Umwandlung der Proteine in Glycogene zusammen, aus denen der Körper die dringend benötigte Energie gewinnt.
Es würden, so die Befürworter des Molke-Fastens, dann beim Heilfasten eben zuerst die Muskeln und nicht die Fettdepots abgebaut – ein äußerst unschöner Effekt, der so manchem Fastenden die Lust an weiteren Kuren verleiden dürfte. Dauerhafter Kalziummangel könnte dann sogar zu schweren Schädigungen wie der Knochenkrankheit Osteoporose führen.
Kritik am Molke-Fasten
Allerdings ist die wissenschaftliche Grundlage für solche Behauptungen nicht sonderlich stichhaltig. Fette und Proteine werden nämlich in gleichem Maße zur Energiegewinnung genutzt, ein einseitiger Muskelabbau gehört ins Reich der Phantasie. Akuter Kalziummangel entsteht zudem nicht in der kurzen Zeit von wenigen Wochen, gleiches gilt in noch höherem Maße für die Osteoporose. Diese entwickelt sich aus jahre-, ja jahrzehntelanger Mangelernährung und findet sich dann vor allem und auf ganz natürlichem Wege bei älteren Menschen, nicht aber bei Fastenden, die einige Tage oder Wochen auf feste Nahrung verzichten.
Darüber hinaus hat das Molkefasten auch einige Nachtteile. So sollte eine Kur vor allem der Ausscheidung von giftigen Stoffen dienen – was bei der Aufnahme von Nahrung ja geradezu konterkariert wird! Beim Molke-Fasten wird zum Beispiel eine ganze Menge Milchzucker aufgenommen, der bei nicht wenigen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann. Viele Patienten leiden an einer durchaus gefährlichen Unverträglichkeit gegenüber dieser Laktose, ohne wirklich davon zu wissen. Ein Test kann Abhilfe schaffen. Fällt er zu Ungunsten der Betroffenen aus, muss in jedem Fall vom Molke-Fasten abgesehen werden!
Fazit zur Molke-Fastenkur
Generell ist das Molke-Fasten deshalb mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Der einzigartige Effekt des Fastens, das gründliche Entschlacken von Giften, wird bei dieser Kur nicht zur Gänze erreicht und bei Allergien besteht zudem die Gefahr, unerwünschte Reaktionen zu entwickeln, die den ganzen Gesundheitsplan zunichte machen können.
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