Glaubersalz und sein Anwendungsgebiet
Glaubersalz – seit vielen Jahren ein beliebtes und schonendes Abführmittel. Der Name des Mittels geht auf den deutschen Arzt Johann Rudolph Glauber zurück, der von 1604 bis 1668 lebte. Der gleichfalls als Apotheker und Chemiker tätige Glauber stellte um 1625 aus Kochsalz und Schwefelsäure die Verbindung Natriumsulfat her, nannte das Gemisch „Sal mirabilis“ oder auch „Mirabili“ und später fand es schließlich unter dem Namen Glaubersalz seinen Eingang in die Liste der Naturheilmittel.
In der Natur ist Natriumsulfat Bestandteil vieler Mineralwasser und Quellen, so etwa in den weltberühmten Bädern Marienbad und Karlsbad in der Tschechischen Republik. Letzterer Kurort gab dem Glaubersalz mit „Karlsbader Salz“ eine weitere Bezeichnung, da es dort mittels Eindampfen des vorhandenen Mineralwassers ebenfalls gewonnen werden kann.
Allgemeines und Einsatzgebiet von Glaubersalz
Chemisch korrekt lautet die Bezeichnung Natriumsulfat. Zumeist liegt das Gemisch in Decahydrat- Form vor und wird als grobkörniges Pulver angeboten. Dieses besteht aus farblosen Kristallen und löst sich hervorragend in Wasser, welches sich bei der Auflösung abkühlt.
Wie bereits erwähnt, ist Glaubersalz ein häufig verwandtes und aufgrund seiner Zuverlässigkeit geschätztes Abführmittel, beliebter sogar als das ebenso bekannte Bittersalz (Magnesiumsulfat), welches freilich wiederum von den Ärzten der Mayr-Methoden öfters angewandt wird.
Populär ist das Glaubersalz vor allem in der Homöopathie und bei der Anwendung heilsamer Schüßler-Salze. Innerhalb dieses Spektrum liegt Glaubersalz als Schüßler-Salz Nr. 10 in potenzierter Form vor und wird dort als hochwirksames Mittel bei Problemen mit der Verdauung empfohlen. Die Schüßler – Methode weist dem Glaubersalz Heil- und Reinigungskräfte vor allem auf die Leber und die Galle zu, es eignet sich zudem zur Spülung bei Venenschwäche.
Innerhalb einer Fastenkur gibt es dann auch sogenannte „Glaubertage“, deren Bewältigung mit „Glaubern“ umschrieben wird: Gemeint ist natürlich das Abführen vermittels des Salzes.
Dosierung und Erwerb von Glaubersalz
Doch noch einmal zurück zum Vergleich von Glaubersalz und Bittersalz. Obwohl beide Mittel einen ähnlich zuverlässigen Effekt in der Abführung haben, gibt es einen für die Naturheilkunde entscheidenden Unterschied. Dieser liegt in der Anwendung: Bittersalz sollte bei Darmproblemen, Glaubersalz bei Leber- oder Gallestörungen eingesetzt werden. Es besteht demnach ein Bezug zu den erwähnten Methoden der Schüßlersalzen, wo ein ähnlicher Einsatz beschrieben wird.
Erwerben lässt sich das Salz sehr preiswert in jeder gut sortierten Apotheke, vielleicht auch im Reformhaus. Die gewünschte Menge wird dort abgewogen. Für eine Fastenkur reichen freilich rund 100 Gramm völlig aus, der Preis dafür liegt bei ungefähr einem Euro. Für diesen geringen Betrag erhält der Kunde ein hochwirksames Naturheilmittel.
Anwendung und Wirkung
Die Zubereitung eines Glaubersalz-Getränks ist denkbar einfach: ein bis drei gehäufte Löffel Glaubersalz in ein Glas mit warmen Wasser geben, gut umrühren bis die Kristalle sich aufgelöst haben und dann alles in einem Zug austrinken. Fertig! Nach ein bis drei Stunden beginnt das Salz zu wirken. Im Darm bindet die Lösung vermittels Osmose das vorhandene Wasser, dies lässt den Flüssigkeitsanteil rapide ansteigen.
Die Folge ist ein vermehrter Stuhldrang, der sich allerdings auch nach der angewandten Dosis richtet. Zugegeben, Glaubersalz ist geschmacklich beileibe kein Genuss, weshalb der Fastende am besten nach der Einnahme mit reichlich Wasser nachspült und den salzig strengen Geschmack beseitigt. Die Wirkung jedoch überzeugt in jedem Fall.
Anwender sollten das Glaubersalz nicht als regelmäßiges Abführmittel nutzen. Wer an dauerhafter Verstopfung leidet, sollte zum Arzt gehen, das Salz kann weder heilen noch sonderlich vorbeugen. Ebenfalls verbietet sich die Anwendung bei Kleinkindern, Nierenkranken und bei Menschen, die an Darmverschluss leiden oder von Elektrolytstörungen betroffen sind. Letztere können unter Umständen ihren Salzhaushalt kritisch und deshalb unangebracht erhöhen, was durch die Anwendung des Glaubersalzes unausweichlich geschieht.
Vorteile und Studien zu Natriumsulfat
Die Vorteile liegen also auf der Hand: Glaubersalz wirkt zuverlässig und schnell, es ist preiswert und leicht zu erwerben. Seine Anwendung ist denkbar einfach und es ist Bestandteil vieler Methoden zur Entgiftung oder Entschlackung. Allerdings gibt es recht wenige Studien, die seine Wirksamkeit auch wissenschaftlich bestätigen. Vielleicht hängt das mit der recht geringen Preis- und damit Gewinnspanne zusammen: Mit Glaubersalz lässt sich nicht wirklich viel Geld verdienen. Wozu dann auch teure und aufwändige Studien finanzieren?
1990 ergab eine seltene Studie, dass Glaubersalz sehr wohl einen positiven Effekt auf den im Darm vorliegenden und im Stuhl messbaren ph-Wert hat. Alle Probanden, die damals kein Placebo, sondern das Salz einnahmen, wiesen signifikant verbesserte ph-Werte auf. Daraus zogen Forscher den Schluss, dass das Salz unter Umständen vor Dickdarmkrebs schützt, allerdings nicht auf besonders intensive Weise.
Vielmehr ist es sicher eine gute sekundäre Schutz- und Reinigungssubstanz, die als Abführmittel funktioniert und dabei den einen oder anderen Effekt zusätzlich entwickelt. Interessierte sollten das Salz demnach auch als das anwenden, worin seine echten Stärken liegen und keine sonderlich bemerkenswerten Präventiveigenschaften erwarten.
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