Darmflora und Verdauung
Eine gute Verdauung ist für das persönliche Wohlbefinden besonders wichtig. Nicht nur, dass ein gesunder und funktionierender Verdauungstrakt all jene wichtigen Aufgaben erfüllt, die mit der Aufspaltung und Verwertung von Nahrungsmitteln zu tun haben, auch das durch den Darm wesentlich beeinflusste Immunsystem benötigt eine ausgewogene Darmflora.
Ist diese gestört und aus dem Gleichgewicht, stellen sich bei vielen Menschen zunächst typische, aber relative ungefährliche Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder Durchfall ein. Mit der Zeit können bei dauerhaft chronischer Belastung auch bedrohliche Krankheiten wie Darmverschluss oder gar Krebs entstehen.
Darmflora – Die Besiedelung der Darmoberfläche
Unter Darmflora wird im Allgemeinen die entsprechende Besiedelung der Darmoberfläche durch Keime verstanden. Ein normales, gesundes Milieu wahrt dabei den Verhältnis von natürlichen und wichtigen bakteriellen Parasiten, schädliche Pilze oder Viren finden sich hingegen nur in geringem, unbedeutendem Maße. Falsche Ernährung, Streß und viele andere Faktoren beeinflussen jedoch die Flora ständig, ein gewisses Schwanken ist daher normal. Eine krankhafte Veränderung liegt bei dauerhafter Verschiebung des Milieus vor, in dem dann die Fremdparasiten immer mehr Bereiche übernehmen und besiedeln.
Doch schauen wir uns zunächst einmal den Prozess der Verdauung genauer an. Um zu verstehen wie die Zusammensetzung der Darmflora zustande kommt, ist es wichtig, den Weg der Nahrung einmal in seinen einzelnen Etappen zu verfolgen.
Verdauung
Verdauung beginnt bereits im Mund
Natürlich beginnt die Verdauung der Nahrung bereits im Mund. Dessen wichtige Werkzeuge, Zähne, Zunge und Speichel(drüsen) zerkleinern und zersetzen die aufgenommenen Speisen bereis so grob, dass der Weitertransport über die Speiseröhre problemlos ablaufen kann. Es ist eine Binsenweisheit, dass gutes Kauen bereits das halbe Verdauen ausmacht und so werden gerade Kinder in ihrem Entwicklungsprozess immer wieder dazu angehalten, die Nahrung nicht einfach hinunter zu schlingen, sondern in Ruhe zu kauen und das Essen zu genießen.
Der Zustand unserer Zähne ist deshalb auch so entscheidend: Nicht nur, dass faule, wacklige Zähne äußerst unschön aussehen, ihre Beteiligung am Verdauungsprozess wird bei entsprechender Vernachlässigung mit der Zeit immer geringer. Patienten, die sehr schlechte Zähne aufweisen, haben oft Probleme mit dem Kauen und gehen deshalb zu weicher Nahrung über, die unter Umständen die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen kann. Eintönige, mangelhafte Ernährung nimmt dann mit der Zeit den ganzen Organismus in Haftung, Krankheiten und Schwäche des Körpers sind mögliche Folgen.
Unterstützung finden die Zähne durch den Speichel, er macht die Nahrung weich und noch kaubarer, ja er enthält bereits wichtige Enzyme, die für eine erste Zersetzung und Aufspaltung bereits im Mund sorgen.
Der Magen und seine Aufgabe
Hat der grobe Brei die Speiseröhre passiert, beginnt im Magen und den angeschlossenen Abteilungen die eigentliche Verdauung. Der Magen fasst normalerweise etwa anderthalb Liter Volumen, bei besonders übergewichtigen Personen ist diese Füllmenge natürlich drastisch erhöht. Die grob zerkleinerte Nahrung nimmt nun die Form von weichem Brei an, zersetzt wird das Ganze durch die Salzsäure der Magenschleimhaut.
Proteine werden verarbeitet, indem wichtige Enzyme wie das Pepsin ihre Arbeit aufnehmen. Abhängig von Art und Weise der aufgenommenen Speisen verbleibt der Brei mehrere Stunden im Magen, bevor er, natürlich portioniert, über den Magenpförtner in den Zwölffingerdarm wandert.
Der Dünndarm
An der Aufspaltung und Verwertung der Nahrung ist zudem die immens wichtige Bauchspeicheldrüse beteiligt. In deren B-Zellen wird Insulin produziert, was den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflusst und steuert. Erkrankungen der Drüse gelten dann auch als besonders schwerwiegend, da eine gestörte, überhöhte oder verminderte Aufnahme von Zucker zu massiven Schäden an Blutgefässen, Lymphen und vielen anderen Körperfunktionen verursacht.
Der Zwölffingerdarm ist der Eintritt, die Pforte in den gut zwei Meter langen Dünndarm, der dem ankommenden Speisebrei das Wasser entzieht. Eine Dehydrierung wird dadurch verhindert, was gerade die Bedeutung von genügend Flüssigkeitszufuhr unterstreicht, da Flüssigkeiten den Dünndarm bei dieser Aufgabe unterstützen. In die Pforte des Zwölffingerdarms münden der Gallengang und die Drüsengänge der Bauchspeicheldrüse, beide immanent wichtig für eine gesunde Verdauung.
Der fettlösende Gallensaft, produziert in Leber und Gallenblase, nimmt sich der Fette im Nahrungsbrei an und sorgt aufgrund bestimmter enthaltener Farbstoffe für die bei der Ausscheidung sichtbare Färbung des Stuhls. Gesunder Stuhl hat dann zumeist eine Färbung, die zwischen gelb und bräunlich schwankt, wobei natürlich die Aufnahme von Medikamenten oder von Rotwein die Farbe des Stuhl verändert, was eben kein Ausdruck einer Erkrankung oder ernsthaften Störung ist.
Der Dickdarm
Sind alle beteiligte Organe aktiv und gesund, werden die Nährstoffe so zubereitet, dass die Darmwand in der Lage ist, sie aufzunehmen und sie nachhaltig zu assimilieren. Vom Dünndarm geht es für die Nährstoffe direkt ins Blut. Dessen Zusammensetzung verrät bei einer Blutanalyse dann auch viel über die Arbeitsweise des Darms. Zudem knetet der Darm durch spezielle Bewegungen den Brei permanent durch, um den Prozess der Aufnahme und Weiterleitung noch weiter zu vereinfachen.
Was an Brei noch übrig bleibt gelangt in den Dickdarm, auch Colon genannt, wo die Verdauung mit der Zersetzung weiterer Nahrungselemente wie der wichtigen Ballaststoffe ihren Abschluss findet. Beteiligt sind darum wiederum Bakterien. Schließlich wird der Brei als Stuhl geformt über den Mastdarm und den Enddarm ausgeschieden. Stuhl besteht vorrangig aus Wasser, unverdaulichen Resten, Schleim und Bakterien.
Wenn der Darm überlastet ist…
Um die Bedeutung der Darmflora zu verstehen, sollte ihre Funktion des Schutzes vor Erregern immer wieder betont werden. Nahezu 100 Billionen verschiedener und gutartiger Keime beinhaltet der Darm normalerweise, sie alle sind verantwortlich für das gesamte Wohlergehen des Menschen. Der Transport des Speisebreis kann nur funktionieren, wenn der Darm nicht mit sich selbst beschäftigt ist, ein Vorgang, der gerade bei Überlastung und nachhaltiger Verschiebung der Darmflora mit der Zeit zunimmt.
Überlastete Därme sind oft damit beschäftigt, alle möglichen Krankheitserreger zu bekämpfen und vernachlässigen ihre Funktion der Übertragung von Nährstoffen. Sind diese die eigentlichen Funktion wirklich dauerhaft gestört, beginnt der ganze Körper darunter zu leiden. Für manche Erkrankungen wie schlechte Nägel oder viel zu langsam heilenden Wunden kann eine unausgewogene Darmflora die Ursache sein.
Vielen Menschen und auch Schulmedizinern fiel diese Einsicht bisher eher schwer. Jedoch wurde sie immer wieder bestätigt und mittlerweile wird die zentrale Bedeutung des Darms zunehmend anerkannt. Medikamente wie Antibiotika töten Bakterien ab, leider und durch den massiven Einsatz auch immer mehr wichtige und positive Bewohner des Darms – eine falsche Darmflora ist die Folge. Auch Vitaminmangel hat nicht selten seinen Ursprung im Darm.
Gleichgewicht wiederherstellen
Wir sollten deshalb auf eine Ausgewogenheit achten, um den Körper vor Infektionen zu schützen. Spezielle Kuren der Naturheilkunde können das Gleichgewicht wieder herstellen, was viele Patienten mittlerweile auch erfolgreich durchführen, gerade das Heilfasten bietet sich für eine Sanierung der Darmflora hervorragend an.
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